Diese Frage habe ich mir immer wieder gestellt. Letztendlich habe ich reihenweise Studien gelesen, versucht zu ergründen, warum eines der Kinder eine völlig andere Persönlichkeit entwickelt als das andere. Sind es die Gene allein, die das bewirken? Dagegen spricht, dass auch eineiige Zwillinge unterschiedliche Persönlichkeiten entwickeln, daher müssen die Erfahrungen ebenfalls eine Rolle bei der Entwicklung spielen. Interessant wird es wenn man versucht vorherzusehen, welche Persönlichkeit die Kinder später haben werden.

 

 

Wie viel Einfluss habe ich?

Kann ich wirklich auf das gezielt einwirken, was meine Kinder später ausmacht? Wie viel ist vorprogrammiert, was kann ich beeinflussen und was entwickelt sich einfach so – das sind die großen Fragen, die mich hier antreiben. Natürlich zielen diese insbesondere darauf ab, meinen Kindern gut durch das Erwachsenwerden zu helfen, ohne dass sie Schule schwänzen, Drogen nehmen, abdriften. Die Pubertät muss auch noch überstanden werden und das wird sicherlich nochmal eine Zerreißprobe.

Aus meinem Bekanntenkreis, meiner eigenen Familie und Familienfreunden habe ich gelernt, dass es stets das beste ist, offen mit seinen Kindern umzugehen. Regeln festzusetzen, aber auch nicht zu aufdringlich und streng zu sein, sodass sich die Kinder später abwenden. Ich denke, letztendlich entscheidet der gesunde Mix aus allen Komponenten über die Entwicklung des Kindes. Im Kleinkindalter habe ich das Gefühl, dass sich jedes Kind die Nische sucht, die gerade unbesetzt war. Das eine Kind ist das liebe, verschmuste, das nächste ist ein Draufgänger und sehr selbstständig und das dritte ist entweder introvertiert ode rein Quälgeist – je nach Karma. Später sind die Einflüsse von außen zunehmend größer. Kita, Freunde, Schule, Familie, Bekanntschaften, Urlaube und neue Medien – es prasseln tausende Informationen auf die Kinder ein und bestimmen dadurch letztendlich das spätere Wesen. Mein Einfluss als Elternteil in diesem Umfeld ist eben so groß, wie er sein kann. Unabhängig davon, was ich tue, kann die Summe anderer Einflüsse so groß sein, dass sich all meine Bemühungen nicht auszahlen und das Kind dennoch auf eine schiefe Bahn gelangt. Aber auch dann bleibt die Rolle der Eltern eine wichtige – Rückhalt vermitteln, da sein, sich austauschen, immer hinter seinen Kindern stehen. Ich glaube das ist es, was das Eltern sein ausmacht.

 

Was schlussfolgere ich daraus?

Die Sache ist für mich eigentlich ganz einfach. Biologisch-naturwissenschaftliche Aspekte kann ich nicht beeinflussen. Die Einflüsse von außen, von Freunden, der Schule und dem Kindergarten nur bedingt. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Fürsorge der Bezugspersonen dazu dienen sollte, ein Urvertrauen zu schaffen, egal was passiert. Ich versuche, immer für meine Kinder da zu sein, egal was passiert, egal was sie angestellt haben. So soll es auch später bleiben. Dadurch kann ich als Elternteil dafür Sorge tragen, dass das Kind stets einen Rückhalt hat und es weiß, dass e simmer zurück kann, egal welchen Weg es sich entschließt zu bestreiten. Denn eines ist Fakt: Ein zerrüttetes Elternhaus, permanent depressive Eltern oder Familien bringen auch sozial gestörte Kinder hervor. Ich denke, wenn der Grundpfeiler gesetzt ist und man das Kind ein Leben lang begleitet, so lange man eben da ist oder kann, kann eigentlich nicht viel schief gehen, wenn man nach gesundem Menschenverstand handelt und dafür sorgt, dass man zumindest weiß, wo das Kind ist, was es macht und was es will.